Seit Anfang dieses Jahrzehnts kombinieren sich zwei Arten des Projektcontrollings auf unheimliche Weise.
Zunächst einmal wird aus dem innerbetrieblichen Controlling, das aufgrund bewährter Strukturen bereits per se in der Lage ist, effizient und effektiv zu arbeiten, immer öfter das externe Controlling. Denn nur externe sind tatsächlich objektiv.
Des Weiteren wird aus dem normalen Controlling, das den Auftraggeber und die Lenkungsrunde bei der Steuerung unterstützt, das proaktive Controlling. Dieses greift bereits während der Entstehung von Ergebnissen ein und steuert hilft bereits der Projektleitung beim Steuern.
In Kombination natürlich richtig effizient. Proaktives externes Projektcontrolling, der Traum aller Verantwortlichen Auftraggeber. Bei Projekten die damit gesteuert werden, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Ein Werbespruch: “diese 2-5% des Projektbudgets sind ihre Lebensversicherung”.
Braucht man pEPC wirklich? Meiner Meinung nach nein, dahinter versteckt sich lediglich die von Beratungsunternehmen (neudeutsch: Consulting) geschickt verpackte Gelddruckmaschine.
Beispiel Ergebniscontrolling: Während früher z.B. Ergebniscontrolling darin bestand, die Erreichung von Meilensteinen (sowohl zeitlich als auch stichprobenweise inhaltlich) qualitätszusichern, wird im modernen pEPC bereits vorab der Prozess der Ergebnisfindung umfangreich begleitet. Klingt doch gut, oder?
Kann zu seltsamen Konstellationen führen, wenn für die Ergebniserstellung ein anderer Dienstleister verantwortlich ist. Man stelle sich vor: eine ressortübergreifend besetzte Arbeitsgruppe erarbeitet zu einem Thema ein Ergebnis, das danach zunächst durch die Projektleitung und dann die Lenkungsrunde abgenommen werden soll. Da es sich um ein komplexes Thema handelt hilft dabei ein Dienstleister mit. Nimmt man das proaktiv in pEPC ernst, dann wird der pEPC bereits während der Ergebnisfindung eingebunden, nicht erst wie früher üblich bei der Ergebnisabnahme. Hallo? Zwei Dienstleister für das gleiche Thema? Noch dazu muss der pEPC definitiv irgendetwas sagen, sonst würde auffallen, dass er überflüssig ist. “ihre Lebensversicherung”.
Beispiel Kostencontrolling: Große Projekte drohen oftmals bei den Kosten aus dem Ruder zu laufen. Deshalb leuchtet es ein, dass sich außerhalb des Projektes (muss es außerhalb des Konzerns sein?) noch jemand mit dem Mittelverbrauch des Projektes beschäftigt. Es sollte dabei die Planung und der jeweils aktuell tatsächliche Verbrauch im Auge behalten werden und gerade bei längeren Verträgen mit externen stichprobenweise geprüft werden, ob die Leistungen mit dem Auftrag vereinbar sind. Ist nur oftmals nicht zuviel zu tun und das fördert die Tendenz des externen pEPC, sich allumfassend um jede Ausgabe zu kümmern. Da wird dann schnell mal hinterfragt, warum 21,50 Euro hier und nicht dort verbucht wurden. Arghs.
Klar ist der Controller der natürlich Feind des Projektleiters. Der Versuch, diese Tatsache durch die Neudefinition von Tätigkeiten zu verschleiern und letztlich die Auftraggeber in trügerischer Sicherheit zu wiegen, gleichzeitig jedoch nur Mehrausgaben zu erzeugen, halte ich für den falschen Weg.
Liebe Consultants die pEPC anbieten: beweist mir bitte, dass mit eurem Ansatz Projekte tatsächlich besser gelaufen sind und Überschreitungen (Zeit, Budget) vermieden wurden.