“In nomine patris” – Amen – Presseschelte

Derzeit läuft im Deutschen Theater in München noch das Musical “In nomine patris”. Wollte ich unbedingt sehen, die Werbung vorab machte mich neugierig. Und zudem ist Münchens Musicalbühne während des Umbaus ihres Stammsitzes in ein interessantes Zeltkonstrukt am Stadtrand ausgelagert – allein das war schon interessant zu sehen. Dank der Freikarten einer Kollegin (danke Nadine & Steffi) durfte ich dann auch auf den besten Plätzen dem Musicalerlebnis beiwohnen.

War für mein Empfinden guter Durchschnitt, nicht sonderlich schlecht, aber keinesfalls auch nur annähernd in der Reihe der echten Erlebnisse. Aber das ist ja nicht verwerflich, es kann nicht nur Top-Events geben.

Tja, und heute flattert mir eine Werbemail des Deutschen Theaters in den Posteingang:

Wer´s glaubt wird selig!
„… banal, handgreiflich wirkungsbewusst konstruriert (…) für den jeweils billigsten Geschmack…“
(Süddeutsche Zeitung 1961 über die Deutschlandpremiere der „West Side Story“)

„Was für ein Kaiserinnen-Schmarrn“
(Die Presse Wien 1992 über die Uraufführung von „Elisabeth“)

„Himmelschreiender Blödsinn (…) Da hilft nur beten”
(Münchner Merkur 2008 über „In Nomine Patris“)

Auch Kritiker können irren. Viele Stücke, die nach ihren Premieren den Verrissfedern zum Opfer fielen, wurden dennoch große Erfolge. Und wir machen nach wie vor Programm für unser Publikum und nicht für die Kritiker.

“Hier ist eine Panne unterlaufen, allerdings nicht der Eröffnungspremiere oder dem Musical, sondern Frau Dultz; nicht das Stück ist „himmelschreiender Blödsinn“ sondern die Kritik, deren flapsiger Ton alles andere als angemessen ist. …”

Ähm, ja. Geht’s noch? “In nomine patris” auch nur annähernd mit der “West Side Story” zu vergleichen – Blödsinn. Und dann ist natürlich die böse Presse wieder mal schuld.

Bleibt mir nur zu sagen: Amen. ;-)

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