Archiv für Mai 2008

Open Source in Genf

Donnerstag, 22. Mai 2008

Auf Einladung des Kantons Genf durfte ich gestern auf dem schweizer Linuxtag über LiMux berichten - auf englisch, mein Französisch ist dann doch zu eingerostet.

Interessant war für mich vor allem die Diskussion mit den dortigen IT-Verantwortlichen vor und nach meinem Vortrag. In Genf tut sich einiges, neben dem mittlerweile bekannten Projekt alle 9.000 Schul-PCs auf freier Software umzustellen werden parallel dazu verschiedene Alternativen für die Verwaltungsrechner getestet.

Während in den Nierlanden, wo ich vergangene Woche war, überwiegend an der landesweiten Strategie gearbeitet wird und eine Vielzahl von Austauschmöglichkeiten geschaffen werden (Netzwerkbildung), ist die Schweiz, v.a. die französischsprachige, da eher auf sich alleine gestellt. Es gibt ja einige Protagonisten (Solothurn, Thurgau, …), jedoch überwiegend im deutschsprachigen Teil. Ähnlich wie in Deutschland die starken Bundesländer haben die Kantone ebenfalls eine Reihe von eigenen Rechten und in IT Fragen ist die Bundesregierung eher zurückhaltend. Das hat in der Schweiz die angenehme Folge, dass im kleinen Rahmen einfach gemacht wird, ohne dass es großartige Policies dazu gibt.

So eben auch in Genf, ich bin gespannt, was dort die nächsten Jahre noch passiert.

ODF Workshop Utrecht

Mittwoch, 14. Mai 2008

Heute war ich mal wieder mobil. Aufstehen um 4 Uhr früh, von München nach Köln/Bonn fliegen, mit dem Zug nach Utrecht weiter und ab 17 Uhr alles wieder zurück. Spart 150 Euro gegenüber dem Direktflug nach Amsterdam und Verwaltungen müssen sparen ;-)

Sei’s drum, gelohnt hat es sich für mich allemal.

Die Niederlande sind uns Deutschen in Bezug zu offenen Standards meilenweit voraus, dort gibt es bereits klare Strukturen, bis wann was auf echten offenen Standards zu basieren hat (OOXML ist kein offener Standard). Dafür sind wir mit der Umsetzung den Niederländern voraus, gerade in München ist OpenOffice.org ja bereits auf über 60% der Arbeitsplätze verfügbar, ODF damit immer mehr der de facto Standard.

Interessant war zu erfahren, dass egal ob in Spanien (Extramadura), Großbritannien (Bristol) oder in den Niederlanden (Verteidigungsministerium) überall gleiche Erfahrungen gemacht werden. Wie bei LiMux auch nimmt die Schulung eine wichtige Rolle ein, neben der unablässigen Kommunikation. Es gilt, die Einstellungen der Menschen zu einer Veränderung zu betrachten, dabei ist es meist unerheblich, um welche Veränderung (Update auf eine neue Microsoftversion oder Nutzung einer Alternative) es sich handelt.

Die Vorträge zeigten durch die konsequente Nutzung des offenen Standards ODF entstehende Vorteile, die für sich genommen oftmals gering ausfallen, in der Gesamtbetrachtung jedoch eine Menge erreichen können. Leider fehlt es oftmals an der Gesamtschau, da außer NL nur wenige andere Länder eine mutige offizielle Strategie zu mehr Offenheit wagen. Hier ist sicherlich noch einiges zu tun.

Die Vernetzung klappt indes immer besser, allein schon wegen der vielen Gespräche am Rande der Konferenz und den dadurch weiterhin lebendigen Kontakten war die Reise die Strapazen wert.

Als nächstes darf ich kommende Woche nach Genf zum schweizer Linuxtag (auf französisch!), bevor es dann zum Linuxtag nach Berlin geht. Man sieht sich ;-)