So profitiert LiMux von ODF
Morgen bin ich auf dem ersten ODF User Workshop (www.odfworkshop.org). Am Nachmittag werde ich über unsere Erfahrungen nach einem Jahr Migration zu OpenOffice.org berichten und dabei im Speziellen mit vier Beispielen auf die Möglichkeiten eingehen, mit denen wir ODF-Dateien direkt bearbeiten.
Beispiel 1: Makros
Bei der Massenkonvertierung von Dokumenten kommt es immer mal wieder vor, dass Fragmente von Makros, die zum Teil nicht mehr benötigt werden als Reste in den Dokumenten verbleiben. Hier ermöglicht es uns ein angepasstes Scripting Framework, bequem die Dokumente zu analysieren, zu prüfen und dann ggf. die nicht mehr benötigten Makros zu entfernen. Einfach den Ordner /Basic im ODF löschen.
Beispiel 2: Anpassen von Textbausteinen
Einige Textbausteinsysteme haben bei uns einige Tausend Bausteine, auf die mit Platzhaltern referenziert wird. ODF auspacken und eine simple Suchen und Ersetzen Anweisung in der content.xml, und schon geht’s wieder.
Beispiel 3: Präsentationen mit unnötig hochauflösenden Bildern
Wer kennt das nicht. Da machen die lieben Anwender mit ihrer Digikam Bilder und schieben die teilweise 5 Mio Pixel 1:1 in eine Impress-Präsentation. Wir haben uns eine Lösung gebaut, die alle im Ordner /Pictures einer ODF-Datei enthaltenen Bilder nach den passenden Maßgaben bearbeitet.
Beispiel 4: Datenbankwerte serverseitig in Platzhalter einfügen
Warum OpenOffice.org serverseitig installieren, wenn sich die ODF-Dateien auch bequem anders vorbefüllen lassen. Der Benutzer klickt sich in seiner Webanwendung sein Dokument zusammen und bekommt dann vom Server ein bereits vorgefertigtes Dokument zur Weiterbearbeitung in OpenOffice.org zurück. Schnell und einfach.
Selbstverständlich könnte eingewendet werden, dass dies auch mit Microsofts Office Open XML (OOXML) möglich sei. Möglich vielleicht, aber aufgrund einer Vielzahl technischer Ungenauigkeiten ist der Aufwand größer. Wer’s nicht glaubt überzeugt sich z.B. unter http://en.wikipedia.org/wiki/Ooxml#Technical_criticisms selbst von einer Auswahl der bekanntesten. Und schlussendlich geht’s bei uns nicht um Microsoft Office, das werden wir künftig immer weniger einsetzen
Wir brauchen keinen zweiten Standard, keinen Wettbewerb der Standards untereinander. Ein Standard und ein Wettbewerb der Implementierungen wäre wesentlich hilfreicher. Danke, Microsoft.
28. Oktober 2007 um 15:23
Ich habe noch ein weiteres Beispiel (Mein persönlicher Favorit): Durch den einfachen und Standardkonformenaufbau der OpenOffice Dokumente wird die Versionsverwaltung stark vereinfacht.