Archiv für Oktober 2007

ODF - zu Gast bei Freunden

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Die zwei Tage ODF-Workshop waren klasse. Ein spezielles Extralob gebührt in meinen Augen dem Gastgeber, d.h. dem Auswärtigen Amt und dem dortigen IT-Leiter Rolf Schuster, sowie Marino Marcich, dem Geschäftsführer der ODF Alliance, der für die Inhalte, d.h. für die Zusammenstellung verantwortlich war. Superklasse! Die internationalen Gäste waren auf jeden Fall zu Gast in einer Atmosphäre der freundlichen Verbundenheit.

Für mich war deutlich spürbar, dass beim Thema offene Dokumentenstandards eine Chance besteht, die Vorteile der Unabhängigkeit von einem Monopolisten deutlicher und greifbarer zu veranschaulichen, als es beim Thema freie Software gelingt. Dokumentenformate sind noch nicht so vorurteilsbehaftet wie freie Software und aufgrund der angesehenen Fürsprecher lassen sich Argumente schneller und einfacher inhaltlich austauschen, ohne in die Ecke der linken Programmierpropaganda gedrückt zu werden.

Zu den Inhalten brauch ich an dieser Stelle nichts schreiben, eine griffige Zusammenfassung des Themenblocks “Kommunen” findet sich dank Stefan Krempl bei heise.de. Bemerkenswert finde ich auch, dass sich selbst der Bundesaußenminister mit diesem Thema beschäftigt, wie in seinem Grußwort nachzulesen: link.

So profitiert LiMux von ODF

Sonntag, 28. Oktober 2007

Morgen bin ich auf dem ersten ODF User Workshop (www.odfworkshop.org). Am Nachmittag werde ich über unsere Erfahrungen nach einem Jahr Migration zu OpenOffice.org berichten und dabei im Speziellen mit vier Beispielen auf die Möglichkeiten eingehen, mit denen wir ODF-Dateien direkt bearbeiten.

Beispiel 1: Makros

Bei der Massenkonvertierung von Dokumenten kommt es immer mal wieder vor, dass Fragmente von Makros, die zum Teil nicht mehr benötigt werden als Reste in den Dokumenten verbleiben. Hier ermöglicht es uns ein angepasstes Scripting Framework, bequem die Dokumente zu analysieren, zu prüfen und dann ggf. die nicht mehr benötigten Makros zu entfernen. Einfach den Ordner /Basic im ODF löschen.

Beispiel 2: Anpassen von Textbausteinen

Einige Textbausteinsysteme haben bei uns einige Tausend Bausteine, auf die mit Platzhaltern referenziert wird. ODF auspacken und eine simple Suchen und Ersetzen Anweisung in der content.xml, und schon geht’s wieder.

Beispiel 3: Präsentationen mit unnötig hochauflösenden Bildern

Wer kennt das nicht. Da machen die lieben Anwender mit ihrer Digikam Bilder und schieben die teilweise 5 Mio Pixel 1:1 in eine Impress-Präsentation. Wir haben uns eine Lösung gebaut, die alle im Ordner /Pictures einer ODF-Datei enthaltenen Bilder nach den passenden Maßgaben bearbeitet.

Beispiel 4: Datenbankwerte serverseitig in Platzhalter einfügen

Warum OpenOffice.org serverseitig installieren, wenn sich die ODF-Dateien auch bequem anders vorbefüllen lassen. Der Benutzer klickt sich in seiner Webanwendung sein Dokument zusammen und bekommt dann vom Server ein bereits vorgefertigtes Dokument zur Weiterbearbeitung in OpenOffice.org zurück. Schnell und einfach.

Selbstverständlich könnte eingewendet werden, dass dies auch mit Microsofts Office Open XML (OOXML) möglich sei. Möglich vielleicht, aber aufgrund einer Vielzahl technischer Ungenauigkeiten ist der Aufwand größer. Wer’s nicht glaubt überzeugt sich z.B. unter http://en.wikipedia.org/wiki/Ooxml#Technical_criticisms selbst von einer Auswahl der bekanntesten. Und schlussendlich geht’s bei uns nicht um Microsoft Office, das werden wir künftig immer weniger einsetzen ;-)

Wir brauchen keinen zweiten Standard, keinen Wettbewerb der Standards untereinander. Ein Standard und ein Wettbewerb der Implementierungen wäre wesentlich hilfreicher. Danke, Microsoft.

erster ODF User Workshop

Sonntag, 21. Oktober 2007

Das Auswärtige Amt in Berlin ist Gastgeber für den erstmal stattfindenden ODF User Workshop, siehe auch www.odfworkshop.org. Ich bin gespannt, wie das sehr internationale Feddback auf den steigenden Einsatz des offenen Standards ist. Mal schauen ;-)

LiMux live erleben in den nächsten Tagen

Sonntag, 21. Oktober 2007

Es ist wieder SYSTEMS-Zeit! Ab Dienstag dreht sich auf dem Messegelände in München wieder alles um die IT. Klar, freie Software ist auch mit dabei und da darf LiMux bei unserem Heimspiel nicht fehlen.

Der Themenpark “Perspektive Open Source” ist in Halle B2 untergebracht und bietet Infos und Ansprechpartner rund um freie Software. Den ganzen Tag über gibt es Kurzvorträge auf der Bühne am Hallenrand, gleich beim Themenpark.

Parallel zur Messe findet auch dieses Jahr wieder eine  kostenpflichtige Konferenz statt. In 8 halbtägigen und eigenständigen Blöcken kann man sich über unterschiedliche Themenschwerpunkte informieren.

Näheres dazu unter www.perspektiveopensource.de.

Bis dann am Messestand ;-)