Mobil in München - festgefahren im Hirn?
Sonntag, 15. Juli 2007Gestern war die Zeitschrift “Mobil in München” Beilage der Süddeutschen Zeitung. Herausgeber ist der gleichnamige Verein, zur Webseite geht’s hier. Ich habe (abgesehen von den üblichen CSU-Hetzschriften in meinem Stadtteil) zuletzt selten soviel einseitige und meiner Meinung nach in sich nicht schlüssige Biertischpropaganda gelesen in der alle namhaften CSU-Parolenbrüller (Huber, Beckstein) zu Wort kommen und bekannte Argumente an den Leser bringen.
Lieblingsthema ist der in München heiß diskutierte und heftig umstittene Transrapid. Typische Schlagzeile aus dem Heft: “schweben bringt Segen”. Sie leitet eine dreiseitge, aber letztlich einseitige Berichterstattung dazu ein. Auf diesen Seiten finden sich, ebenso wie auf der Rückseite des Magazins, auch die Sponsoren: die Industrie, dei vom Transrapid profitiert. Zufall? Sicher nicht. Nur zur ungeklärten Finanzierung, die für solch ein Projekt nicht aus Steuermitteln erfolgen darf, sagt der Artikel nichts. Aber vielleicht trägt der Verein ja die Lücke?
Aber das ist längst nicht alles. Ebenso wichtig ist den Herausgebern das Thema Autofahren und geblitzt werden. Zitat:
Wenn Sie ein Vielfahrer sind, kommen Sie heute fast nicht mehr um Strafzettel herum.
Soso, fast jeder Vielfahrer verhält sich zwangsläufig gesetzeswidrig? Eine ziemlich dreiste Unterstellung. Und zudem: wer zu schnell fährt gehört bestraft. Punkt.
Das ganze Magazin ist letztlich die Lobhudelei auf eine einzige Person, den Kämpfer für alle ach so geschundenen Autofahrer und Gegner jeglicher angemessenen Nahverkehrsplanung. Hier profiliert sich ein gewisser Herr Michael Haberland, der den dürftigen Angaben zu seiner Person entnehmbar nichts weiter ist als ein billiger Lobbyist der Autoindustrie.
Hoffentlich bekommt dieser Tarnverein nicht noch irgendwoher öffentliche Mittel. ![]()