Archiv für Mai 2006

nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten

Mittwoch, 31. Mai 2006

alternativer Titel: Stell dir vor LiMux läuft und keinen interessiert’s.

Ich habe noch gut in Erinnerung, wie sich die Mehrzahl der Medien auf die Berichterstattung rund um Verzögerungen beim Münchner Projekt LiMux stürzt, z.B. bei der kurzfristigen Verzögerung wegen Softwarepatenten oder der Verlängerung der Testphase. Beide Male gingen diese Meldungen um die Welt.

Am Montag gab es etwas positives zu berichten, im Rahmen eines Infotages für städtische Beschäftigte war ebenso die Presse geladen. Tenor des Tages war, dass LiMux bereits seit zwei Monaten läuft und München voll im aktuellen Zeitplan liegt, derzeit keine unlösbaren neuen Probleme auftauchen und das das Projektteam zuversichtlich ist, siehe dazu auch die offizielle Meldung (hier).

Das sind mal richtig gute Neuigkeiten rund um das Projekt. Aber es interessiert nahezu niemanden der nach kurzen reißerischen Meldungen lächzenden Berichterstatter. Würde die Schlagzeile lauten “Projekt LiMux wider Erwarten auf Kurs”, tja dann gäbe es evtl. mehr her für die Presse. Vielleicht schreibe ich die nächste Meldung in diesem Stil ;-)

Sehr geehrte GEZ

Dienstag, 30. Mai 2006

Mal wieder Spaß mit diesem Verein. Vor ca. einem Jahr habe ich mein Autoradio angemeldet und dabei unübersehbar groß fett und farbig auf den Bogen geschrieben, dass es ein Autoradio ist, die Gebühren für den Haushalt zahlt meine Partnerin, das wissen die.

Nun kommt vor einem Monat die etwas harrsche Nachfrage, ob ich denn nicht mittlerweile einen Fernseher besäße. Unbeantwortet, sodass heute die Nachfrage nochmals wiederholt wurde. Wie b… muss man sein, sorry?!

Ich werde wahrheitsgemäß antworten, dass ich in absehbarer Zeit nicht beabsichtige, mir für mein Auto einen Fernseher zuzulegen, das sperrige Ding stört beim Fahren. Mal schauen, ob dann erstmal Ruhe ist.

Ohne Schweinsbraten keine Moschee

Samstag, 20. Mai 2006

So schreibt die SZ von heute (Link). Dabei geht es darum, dass im Stadtteil Sendling in nächster Nähe zu einer christlichen Kirche eine Moschee gebaut werden soll (hier habe ich schon mal was dazu geschrieben). Dagegen gibt es von Seiten entrüsteter Bürger erheblichen Widerstand, den die Münchner Opposition (=CSU) gerne aufgreift und ausschlachtet.

So ist es denn auch nicht weiter verwunderlich, dass nun das Argument “weil Muslime aus religiösen Gründen kein Bier trinken und keinen Schweinebraten essen, sollen sie keine Moschee bauen dürfen” von der Initiative “Bürger für Sendling” in die Schlacht gebracht wird. Der Moscheebau widerspreche der bayerischen Verfassung, die heimatliche Kultur zu bewahren.

Was bei uns alles in der Verfassung steht… lang lebe der König!

Bist du deppert? Are you bush?

Freitag, 19. Mai 2006

Ich hatte gestern Abend Michael Mittermeiers (www.mittermeier.de) neues Programm “Paranoid” auf der Tageskarte - es war wie immer köstlich. Der mittlerweile in seine zweite Lebenshälfte (über 40) gehende Unterhalter erzählt auch viel von sich und seinen Veränderungen, wie z.B. seiner neuen Liebe zu seiner Katze, seinen ersten grauen Haaren an ungewöhnlichen Stellen, seinen Albträumen und vieles vieles mehr. Fazit: lohnt sich!

Höhen und Tiefen auf dem Linuxtag 2006

Samstag, 06. Mai 2006

Klar war ich dieses Jahr auch wieder dabei, diesmal in Wiesbaden. Aber irgendwie war’s anders. Vermutlich hatte ich Karlsruhe schon zu lieb gewonnen…

Am Mittwoch war Business- und Behördentag und ich mit einem Vortrag verteten. Was soll ich sagen? Es ist demotivierend, in einem Saal für knapp 300 Personen vor ca. 35 zu sprechen, wenn so gut wie kein Feedback ankommen kann - damit war ich jedoch noch gut bedient, andere Redner hatten gerade mal 7 Zuhörer. Die Aussteller haben sich gegenseitig besucht, sodass zumindest überall mal jemand stand. Mehr war da nicht, gähnende Leere… Die Teilnahmegebühr von 200 Euro für den Tag hätte ich sicher nicht gezahlt…

Der Donnerstag war besser, wesentlich besser. Da wuselte es bereits in den Morgenstunden deutlich spürbar zwischen den Ständen und die Stimmung, nicht nur bei mir, stieg messbar. Sehr positiv fand ich, dass das Interesse an FAI/GOsa am Debianstand enorm war und somit auch unser LiMux Basisclient, der auf eben diese beiden freie Software Projekte setzt, gezeigt und gesehen wurde.

Wiesbaden an sich gefällt mir als ein nettes Städtchen, jedoch hat mir das Kongresszentrum in KA besser gefallen durch seine Weitläufigkeit. Gerade wenn man den ganzen Tag am Stand verbringt, war der Spaziergang zwischen den beiden Hallen unter freiem Himmel immer wieder erholsam, in den Rhein-Main Hallen war es für mich eher ein trockenes Business-Messe Feeling, wie z.B. auf der SYSTEMS.

Fazit: Auf 2007 freue ich mich natürlich wieder, aber ohne spürbare Änderungen am Businesstag-Konzept bin ich da nicht mehr dabei.