Der bayerische Landesvater und sein Wahlvolk
Derzeit tönt er wieder, zu allem und jedem gibt es einen Kommentar von unserem obersten Hirten im Land des südlichen Bergvolkes. Seine Haltung zur Integration ausländischer Schüler ist seit gestern bundesweit bekannt (keine Integration sondern Bildung von speziellen stigmatisierenden Aussätzigenkursen), heute lese ich in der Süddeutschen gleich zwei weitere nicht minder interessante Aussagen, die er im Rahmen einer gröhlenden Bierzelt-Meute auf dem Fürstenrieder Volksfest (typisch bayrisches Klischee eben) zuletzt von sich gegeben hat.
Im Hinblick auf den auch in Bayern andauernden Streik im öffentlichen Dienst: Von “diesem Zirkus wegen 14 Minuten Mehrarbeit” lasse er sich jedoch “nicht unter Druck setzen”. Tara - die Menge gröhlt.
Und noch viel interessanter. In München-Sendling soll, nach jahrelanger Diskussion, gegenüber einer christlichen Kirche eine Moschee gebaut werden. Die rot-grün regierte Stadt ist drauf und dran, dem sich in die nähere Umgebung einfügenden Baus eine Genehmigung zu erteilen. Da springt der Landesvater dem aufgebrachten Bierzeltvolk hilfreich zur Seite. Er werde “prüfen, ob man ein Bebauungsplanverfahren rechtsaufsichtlich erzwingen kann”. Tara - die Menge gröhlt. Vielleicht sollte dem gottgleichen Landesvater mal einer stecken, dass den Gemeinden durch das Grundgesetz und die Bayrische Verfassung einige Hoheiten garantiert sind, u.a. auch die Planungshoheit. Selbst ein göttlicher Landesvater dürfte es schwer haben, sich aus polemischer Wahlkampftaktik über die Verfassung hinwegzusetzen.
Wie gut, dass wir in Bayern sind. Dort gibt das überaus intelligente Wahlvolk seit Jahren einem Landesvater die absolute Mehrheit, der bei den arbeitslosen Faulpelzen in den östlichen Nachbarbundesländern glatt durchfallen würde.
Lang lebe der König!
Prost Mahlzeit, jetzt hab’ ich als geborener Bayer wieder richtig Lust auf Bierzelt - aber ohne einem Pausenclown
20. Mai 2006 um 10:33
[...] So schreibt die SZ von heute (Link). Dabei geht es darum, dass im Stadtteil Sendling in nächster Nähe zu einer christlichen Kirche eine Moschee gebaut werden soll (hier habe ich schon mal was dazu geschrieben). Dagegen gibt es von Seiten entrüsteter Bürger erheblichen Widerstand, den die Münchner Opposition (=CSU) gerne aufgreift und ausschlachtet. [...]
24. September 2006 um 16:05
Dieser Bau (Mosche mit Kulturzentrum, Wohnhaus , Teestube, Koranschule…..) passt architecktonisch ganz und gar nicht in die denkmalgeschütze Umgebung!! Schau dir den Platz doch erst mal an. Dieser Platz schreibt sogar Geschichte (Bauernschlacht in Sendling anno 1705). Hier geht es nicht um die Verfassung und Religionsfreiheit sondern um den Ort, wo dieser Bau entstehen soll. Es gibt neutralere Plätze in München, wo sich der Bau wirklich in die Umgebung einfügt.
24. September 2006 um 16:37
Imho ist das Ansichtssache und wenn es der Stammtisch-CSU zuwider läuft, wird halt das Volk aufgehetzt.