Archiv für Februar 2006

LiMux auf den CLT 2006

Samstag, 25. Februar 2006

Kommendes Wochenende gibt’s in Chemnitz wieder die Chemnitzer Linux Tage (Link). Wie im letzten Jahr bin ich auch diesmal wieder mit einem Vortrag am Samstag um 10 Uhr früh zum Münchner Projekt LiMux (Link) mit dabei.

Inhaltlich werde ich neben den Standardinhalten (Warum freie Software in München, Warum dauert das so lange, Warum Debian,…) diesmal ein wenig mehr auf die technische Umsetzung des künftigen Basis-Clients und unseren WollMux, d.h. ein internes Softwareprojekt zu OpenOffice, eingehen können. Genaues weiß ich selbst noch nicht, den Vortrag bastle ich voraussichtlich am Dienstagvormittag, bevors zum Faschingsfeiern geht.

Na dann bis kommenden Samstag in Chemnitz ;-)

Verdi kann nur verlieren

Samstag, 11. Februar 2006

Der Unterschied zwischen dem derzeitigen Streikaufrufen der IG Metall in der Industrie und Verdi im öffentlichen Dienst wird durch Felix Berth in seinem Kommentar in der heutigen Süddeutschen Zeitung (Printausgabe, Seite 4) treffend beschrieben.

Die Metaller streiken für mehr Geld in einer Branche, der es derzeit sehr sehr gut geht, in der die Konzerne üppige Gewinne einfahren und die Beschäftigten mit einem Butterbrot abspeisen wollen - natürlich, wer will ihnen den Versuch denn verdenken. Achso, nein - ich vergaß: das ist unmenschlich, die armen Metaller bei den reichen Konzernen, da ist jedermann auf Seiten der Schwachen. Zu Recht.

Anders bei den andauernden bzw. bevorstehenden Streiks im öffentlichen Dienst. Dem Land geht es schlecht, den öffentlichen Arbeitgebern sowieso und dann kommt ein Bsirske daher, der uns arme Bürger wegen 18 Minuten Mehrarbeit am Tag die Kinderbetreuung verweigert, die Operation aufschiebt, den Müll liegen lässt und und und. Spinnt der denn? Bei 5 Mio. Arbeitslosen wegen 18 Minuten am Tag streiken?!

Zieht Verdi den Streik durch, kocht Volkes Seele - knicken sie ein, gibt es für die Beschäftigten wohl endgültig keinen Grund mehr, in einer Gewerkschaft organisiert zu sein. Egal was Verdi macht, am Ende verliert die Gewerkschaft. Auch, weil selbst ein Verhandlungsgewinn bei den Kommunen über eine Klausel im letzten Tarifvertrag durch einen 40 Std. Tarifvertrag bei den Ländern nachträglich ausgehebelt werden kann und so jedes Ergebnis bei den Kommunen hinfällig wird. Auf die Länder kann Verdi sowieso keinen Druck ausüben, da gebe ich Felix Berth recht.

PS: Die westdeutschen Metaller haben vor nicht allzu langer Zeit für 35 Stunden in der Woche gestreikt, das ist ein Tag weniger als ich derzeit arbeite (42 Std) - scheiß öffentlicher Dienst ;-)

Streik im öffentlichen Dienst

Sonntag, 05. Februar 2006

Jetzt steht er also wieder kurz bevor, ein Streik. Normalerweise ist Volkes Meinung dabei immer auf Seiten der Streikenden, die von den “bösen” Arbeitgebern zuviel geknechtet werden und “nur” für ihre Rechte auf die Straße gehen. David gegen Goliath Mentalität schwappt von den Betroffenen auf andere Branchen über, wie es in den Nachrichten dann zumeist heißt.

Doch bei Streiks im öffentlichen Dienst ist das anders. Da lacht der nicht im öD beschäftigte Teil des Volkes zynisch über diese “Gauner”, denen es sowieso viel zu gut geht und die sich nicht so aufregen, sondern endlich ihre Arbeit richtig machen sollen. Nur Politiker sind unbeliebter als Beamte und Angestellte im öD. Der öD hat nunmal das Problem, dass er es ist, der die Gesetze, die die Politiker machen, die vom ganzen Volk gewählt werden, vollziehen muss. Und das letzte Glied in der Kette dieser Gesetze sind numal die “bösen” Sachbearbeiter. Und die machen immer alles falsch, legen einem nur unsinnige Bürden auf, geben nicht genug A2ll, Wohngeld oder was auch immer. Und arbeiten kann man das, was DIE machen, sowieso nicht nennen. Faule Säcke!

Tja liebe Außenstehende, hier mal meine kleine Geschichte:

Als ich vor 6 Jahren meine Entscheidung pro öD traf, gab es in Bayern für uns Beamte die 40 Stunden Woche, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, 2 Arbeitszeitverkürzungstage zusätzlich zum Urlaub, um die Mehrbelastungen durch die Erhöhung der Arbeitszeit von 38,5 auf 40 Std. auszugleichen, usw. usw. Mittlerweile arbeite ich schon seit anderthalb Jahren 42 Wochenstunden, habe keine AZV-Tage mehr, bekomme kein Urlaubsgeld und weniger Weihnachtsgeld. Umgerechnet arbeit ich im Vergleich zu vorher bei weniger Gehalt einen Monat mehr!

OK OK, jetzt kommt das Argument, dass ich dafür ja nen sicheren Job habe. Richtig. Deshalb habe ich kein Problem damit, weniger zu verdienen als in der freien Wildbahn bei vergleichbaren Jobs. Aber das Argument kann nicht auf Dauer dafür herhalten, im öD immer noch mehr zu kürzen, nur weil das für Politiker populär ist. Wenn die Kassen leer sind, dann haben es die Politiker verpasst, frühzeitig durch geschickte und gerechte Gesetze die Aufgaben der Leistungsfähigkeit anzupassen bzw. umgekehrt. Nicht die Beschäftigten sind schuld, aber die Schulden werden durch Kürzungen bei uns gemildert.

Fazit: Ja, im öD habe ich einen sicheren Job, aber dafür arbeite ich auch entsprechend - irgendwann sollte Schluss sein mit überproportionalen Belastungen und dafür finde ich den Streik das richtige Mittel.

PS: Ich selbst streike nicht, ich bin Beamter - und alle für mich einschneidenden Regelungen kommen bisher vom Land Bayern, für die kann meine Arbeitgeberin, die Landeshauptstadt München, rein gar nichts. Und in Zukunft wollen die Länder noch mehr Freiheiten bei der öD-Ausbeutung haben… :-(

Sicherheitskonferenz in München

Freitag, 03. Februar 2006

Dieses Wochenende ist es wieder soweit, die jährliche Sicherheitskonferenz der NATO findet wieder im Herzen Münchens statt. Für mich heißt das, von heute Nachmittag bis Montag die Innenstadt meiden so gut es geht. Der Tagungsort ist weiträumig abgesperrt und durch die zahllosen Gegendemos sind noch jede Menge weitere Plätze und Straßen nicht nutzbar.

Zugegeben, früher war es wesentlich schlimmer, da haben teilweise die Geschäfte in der Fußgängerzone am Samstag geschlossen gehabt und ihre Schaufenster mit Brettern vernagelt wegen der hirnlosen gewaltbereiten Steinewerfer. Trotzdem ist es immernoch ein Ärgernis :-(

Arbeitskreis Wissen und Informationsgesellschaft

Donnerstag, 02. Februar 2006

Heute habe ich erfahren, dass die Attac München am Donnerstag, 9. Februar um 19.00 Uhr im EineWeltHaus einen neuen Arbeitskreis “Wissen und Informationsgesellschaft” gründen will. Die Themen (Link) lesen sich interessant:

  • Privatisierung des Wissens
  • Internet Governance – Wer kontrolliert das Internet?
  • Globale Gerechtigkeit – Überwindung der digital divide
  • Informationsgesellschaft und Bürgerrechte – Auf dem Weg in den Überwachungsstaat?
  • freie Meinungsäußerung und Zensur
  • Informationsfreiheit und staatliche Veröffentlichungen
  • informationelle Selbstbestimmung
  • das Internet als Instrument der Zivilgesellschaft
  • Biopiraterie und Patente auf Leben
  • Alternativen wie bspw. freie Software oder Wikipedia