Langsam wird das wieder mit dem Jetlag, auch wenn ich immernoch nachts wach bin
Hier nun noch der zweite Teil meiner Kuba-Rundreise.
Am vierten Tag (Bilder) stand Santiago de Cuba auf dem Programm - eigentlich sollte das bereits am Vortag besichtigt werden, aber da haben wir ja auf die Reparatur unseres Flugzeuges gewartet. Anfangs eine nette von den Spaniern erbaute Festung El Morro (alle Festungen auf Kuba heißen anscheinend so). Und danach wieder Politik. Zuerst ein kurzer Blick auf die Moncasa-Kaserne (hier), die heutzutage eine Schule ist. Diese wollte Fidel Castro in seinem ersten Anlauf zur Revolution stürmen um dort Waffen zu erbeuten - was scheiterte, woraufhin er erst ins Gefängnis und dann ins mexikanische Exil kam. Auf dem Friedhof von SdC gibt’s u.a. das Grab der Bacardis (hier), bekannt durch ihren Rum. Zuerst finanzierte die Familie angeblich Fidel, bevor dieser sie dann nach seiner Revolution zum Dank enteignete. Aber natürlich gibt’s auch noch Politik am Friedhof, das Grab eines Helden einer vergangenen Revolution wird seit einigen Jahren jede halbe Stunde durch eine nett inszenierte Wachablösung dreier Soldaten für Touristen interessant (hier). Dann ging’s auch noch in die Stadt, bemerkenswert natürlich der Balkon, von dem Fidel Castro nach seinem Sieg den Kubaner verkündete, dass ab jetzt der Sozialismus beginnt (hier). Als Überraschung hatten Kathrin und ich zur Übernachtung in Camagüey die Honeymooner-Suite, wenn das mal kein Unglück bringt…
Der fünfte Tag (Bilder) begann mit einer Stadtbesichtigung von Camagüey, bei der Che natürlich nicht fehlen durfte (hier). Dort durften wir auch zweimal in einen sogenannten Rationierungsmarkt blicken (hier und hier), in dem Kubaner gegen Vorlage ihres Rationierungsheftes relativ billig die dort für sie vorgesehenen Lebensmittel kaufen können, sofern sie denn vorrätig sind. Das Gegenstück dazu sind die Parallelmärkte, bei denen zu wesentlich teuereren Preisen viel mehr Güter angeboten werden. Die langsame Heranführung an die Marktwirtschaft? Danach ging’s nach einem kurzen Zwischenstopp in Sancti Spiritus und einem Blick auf die älteste Brücke Kubas weiter ins Nachquartier ins frostige 800m Höhe in Topes de Collantes im Escambray Gebirge, das nach Fidels Revolution für einige Jahre von den USA unterstützten “Banditen” als Unterschlupf diente. Ein nett herausgeputztes Hotel, das mich unweigerlich an meine Zeiten in Jugendherbergen erinnerte… Vor unserem Block stand noch ein zweiter, der zu Blütezeiten sicherlich genauso fit war, derzeit allerdings nur noch als Ersatzteillager für unseren diente. Das Hallenbad hatte eine bemerkenswerte Klimaanlage, es fehlte das Dach *g*
Mit alten aber problemlos fahrenden russischen LKWs (hier) ging’s am sechsten Tag (Bilder) über Gebirgswege mitten in einen Naturpark mit anschließender Führung durch diesen. Besonders interessant dabei die Parasitenpflanzen, die kubanische Frauen zum Züchtigen ihrer unwilligen Männer hernehmen - hab’ gleich eine siebenschwänzige eingepackt. Nach dem gegrillten Mittagessen (hier) ging’s wieder bergab und weiter nach Trinidad (hier), Weltkulturerbe der UNESCO. Am Abend gab’s noch einen wunderschönen karibischen Sonnenuntergang (hier). Genächtigt haben wir in einem von unserer kubanischen Reiseleitung in den Himmel gelobten “All-Inklusive” Hotel - es war auch alles drin *g* Das Buffet war ein Schlachtfest und die Alkoholika dürften bei uns nichtmal zum Desinfizieren hergenommen werden. Aber eine nette Erfahrung für eine kurze Nacht
Während die bisher gesehenen Städte allesamt eng, überwiegend zerfallen und von Bettlern bevölkert waren, machte Cienfuegos am siebten und letzten Tag (Bilder) einen ganz anderen Eindruck auf uns. Breite Straßen, renovierte und instandgehaltene Häuser, auch abseits der Hauptstraße und so gut wie keine Bettler - obwohl es kein besonderes Touristendörfchen ist. Und das erst am letzten Tag, schade. Danach gab’s noch einige Tiere an der Kreuzung zur Schweinebucht zu bestaunen, bevor’s zurück nach Varadero in die Hotels ging. In Sachen Schweinebucht gibt es wohl unterschiedliche Auffassungen über die historischen Ereignisse, unsere parteitreue Reiseleiterin konnte sich nur an einen geballten Überfall der Großmacht USA erinnern, an einen Überfall alter klappriger Exil-Kubaner nicht mehr - tsss
Zum Hotel und mein abschließendes Fazit schreibe ich demnächst noch etwas, heute gehe ich jetzt doch lieber schlafen.