Archiv für Januar 2006

Kuba III - Fazit “Viva Kuba”

Sonntag, 29. Januar 2006

So, jetzt ist der Jetlag überwunden und ich bin wieder voll und ganz im Kapitalismus angekommen *g*

Mit dem Abstand einer Woche betrachtet kann ich jedem die Reise nach Kuba nur empfehlen - allerdings sollte man sich vorher darüber im klaren sein, dass es eine Bildungsreise ist, in der man sich gezielt vom kapitalistischen Weltgeschehen entfernt und in ein für meine Begriffe sehr offenes, aber eben sozialistisches Land fliegt.

Kuba hat eine interessante Geschichte zu bieten, lange Zeit von den Spaniern “besetzt”, zur Erleichterung der Urbevölkerung, die mittlerweile ausgestorben ist, kamen afrikanische Sklaven ins Land, kurzzeitig war es von England besetzt, dann wieder die Spanier, schließlich die erste Unabhängigkeit, die den USA weitgehende Rechte sicherte und schließlich die zweite Revolution, an deren Ende der aktuelle Präsident Fidel Castro den Sozialismus ausrief.

Keine Werbung auf den Straßen, an den Häusern, auf den Autos - so gut wie keine US-Waren zu erwerben und demzufolge auch keine US-Bürger im Lande - wirklich göttlich, dafür muss man Fidel danken. Letztes JAhr durfte ich noch eine Woche in Mexiko erleben, was es heisst, wenn die Amis “einfallen”.

Das alles hat seinen Preis, v.a. durch den Zusammenbruch des Ostblocks und der umfassenden Blockade der USA zerfällt das Land langsam aber stetig. Die Autos sind überwiegend Relikte der 50er/60er Jahre, die sehr schönen kolonialen Häuser haben seit Jahren keine Reparaturen mehr Erfahren, wo Touristen sind tummeln sich Bettler, auch wenn die Kubaner ein stolzes Volk sind, das normalerweise nicht bettelt. Derzeit ist Fidel noch eine Integrationsfigur sondersgleichen und er kann jederzeit auf das abschreckendste Beispiel aller westlichen Lebensformen verweisen, die USA. Aber was kommt nach Fidel? Das dürfte spannend werden, ich vermute eine weitere Kolonie der USA :-(

Wer nach Kuba fährt sollte nicht in Varadero halt machen - dort lässt sich angenehm ausspannen, aber das ist Touristenland. Kuba hat viel mehr zu bieten.

In diesem Sinne, viva Kuba ;-)

LiMux: freie Stelle im Linux Team mit Schwerpunkt Office-Migration

Freitag, 27. Januar 2006

Noch bis 7.2.06 läuft eine Stellenanzeige der Landeshauptstadt München zur Besetzung einer schon seit einiger Zeit unbesetzten unbefristeten (!) Stelle im Linux Client Team. Hauptschwerpunkt dieser Stelle soll im Bereich der Office-Migration (von M$-Office zu OpenOffice2) liegen.

Nähere Infos gibt’s im Internet: hier

Kuba II - Rundreise Tage 4 bis 7

Mittwoch, 25. Januar 2006

Langsam wird das wieder mit dem Jetlag, auch wenn ich immernoch nachts wach bin :-( Hier nun noch der zweite Teil meiner Kuba-Rundreise.

Am vierten Tag (Bilder) stand Santiago de Cuba auf dem Programm - eigentlich sollte das bereits am Vortag besichtigt werden, aber da haben wir ja auf die Reparatur unseres Flugzeuges gewartet. Anfangs eine nette von den Spaniern erbaute Festung El Morro (alle Festungen auf Kuba heißen anscheinend so). Und danach wieder Politik. Zuerst ein kurzer Blick auf die Moncasa-Kaserne (hier), die heutzutage eine Schule ist. Diese wollte Fidel Castro in seinem ersten Anlauf zur Revolution stürmen um dort Waffen zu erbeuten - was scheiterte, woraufhin er erst ins Gefängnis und dann ins mexikanische Exil kam. Auf dem Friedhof von SdC gibt’s u.a. das Grab der Bacardis (hier), bekannt durch ihren Rum. Zuerst finanzierte die Familie angeblich Fidel, bevor dieser sie dann nach seiner Revolution zum Dank enteignete. Aber natürlich gibt’s auch noch Politik am Friedhof, das Grab eines Helden einer vergangenen Revolution wird seit einigen Jahren jede halbe Stunde durch eine nett inszenierte Wachablösung dreier Soldaten für Touristen interessant (hier). Dann ging’s auch noch in die Stadt, bemerkenswert natürlich der Balkon, von dem Fidel Castro nach seinem Sieg den Kubaner verkündete, dass ab jetzt der Sozialismus beginnt (hier). Als Überraschung hatten Kathrin und ich zur Übernachtung in Camagüey die Honeymooner-Suite, wenn das mal kein Unglück bringt…

Der fünfte Tag (Bilder) begann mit einer Stadtbesichtigung von Camagüey, bei der Che natürlich nicht fehlen durfte (hier). Dort durften wir auch zweimal in einen sogenannten Rationierungsmarkt blicken (hier und hier), in dem Kubaner gegen Vorlage ihres Rationierungsheftes relativ billig die dort für sie vorgesehenen Lebensmittel kaufen können, sofern sie denn vorrätig sind. Das Gegenstück dazu sind die Parallelmärkte, bei denen zu wesentlich teuereren Preisen viel mehr Güter angeboten werden. Die langsame Heranführung an die Marktwirtschaft? Danach ging’s nach einem kurzen Zwischenstopp in Sancti Spiritus und einem Blick auf die älteste Brücke Kubas weiter ins Nachquartier ins frostige 800m Höhe in Topes de Collantes im Escambray Gebirge, das nach Fidels Revolution für einige Jahre von den USA unterstützten “Banditen” als Unterschlupf diente. Ein nett herausgeputztes Hotel, das mich unweigerlich an meine Zeiten in Jugendherbergen erinnerte… Vor unserem Block stand noch ein zweiter, der zu Blütezeiten sicherlich genauso fit war, derzeit allerdings nur noch als Ersatzteillager für unseren diente. Das Hallenbad hatte eine bemerkenswerte Klimaanlage, es fehlte das Dach *g*

Mit alten aber problemlos fahrenden russischen LKWs (hier) ging’s am sechsten Tag (Bilder) über Gebirgswege mitten in einen Naturpark mit anschließender Führung durch diesen. Besonders interessant dabei die Parasitenpflanzen, die kubanische Frauen zum Züchtigen ihrer unwilligen Männer hernehmen - hab’ gleich eine siebenschwänzige eingepackt. Nach dem gegrillten Mittagessen (hier) ging’s wieder bergab und weiter nach Trinidad (hier), Weltkulturerbe der UNESCO. Am Abend gab’s noch einen wunderschönen karibischen Sonnenuntergang (hier). Genächtigt haben wir in einem von unserer kubanischen Reiseleitung in den Himmel gelobten “All-Inklusive” Hotel - es war auch alles drin *g* Das Buffet war ein Schlachtfest und die Alkoholika dürften bei uns nichtmal zum Desinfizieren hergenommen werden. Aber eine nette Erfahrung für eine kurze Nacht ;-)

Während die bisher gesehenen Städte allesamt eng, überwiegend zerfallen und von Bettlern bevölkert waren, machte Cienfuegos am siebten und letzten Tag (Bilder) einen ganz anderen Eindruck auf uns. Breite Straßen, renovierte und instandgehaltene Häuser, auch abseits der Hauptstraße und so gut wie keine Bettler - obwohl es kein besonderes Touristendörfchen ist. Und das erst am letzten Tag, schade. Danach gab’s noch einige Tiere an der Kreuzung zur Schweinebucht zu bestaunen, bevor’s zurück nach Varadero in die Hotels ging. In Sachen Schweinebucht gibt es wohl unterschiedliche Auffassungen über die historischen Ereignisse, unsere parteitreue Reiseleiterin konnte sich nur an einen geballten Überfall der Großmacht USA erinnern, an einen Überfall alter klappriger Exil-Kubaner nicht mehr - tsss ;)

Zum Hotel und mein abschließendes Fazit schreibe ich demnächst noch etwas, heute gehe ich jetzt doch lieber schlafen.

Kuba I - Rundreise Tage 1 bis 3

Montag, 23. Januar 2006

So, jetzt bin ich also wieder heimgekehrt vom 25 Grad warmen karibischen Winter auf Kuba in die eisige Kälte in Deutschland. Gerne wäre ich noch ein wenig dort geblieben ;-) Warum? Das berichte ich gerne…

Kennengelernt habe ich Kuba auf zwei Arten, einmal für eine Woche im All-Inklusive Hotel in der Touristenzone Varadero und zum anderen ebenfalls eine Woche mit Bus, Flugzeug und zu Fuß quer durch ganz Kuba (naja nicht ganz, Guantanamo haben wir ausgelassen). Kubaner, selbst in Varadero geborene, sagen über ihren Ort und die dortigen Hotels, dass das nicht Kuba ist. Klar, so wie es dort aussieht und zugeht findet sich das ebenso in Mexiko (Riviera Maya) und vermutlich in der Dom.Rep. Aber dazu später mehr.

Unsere ersten richtigen Eindrücke von Kuba gab’s auf der Fahrt von Havanna in die Provinz Pinar del Rio (Bilder Tag 1). Einen typischer Tanklaster auf der höchsten kubanischen Brücke habe ich hier fotografiert. Der Besuch einer Tabakplantage (hier und hier) und einer Tabakfabrik (keine Fotos erlaubt), in der überwiegend Frauen aus getrockneten Tabakblättern die guten kubanischen Zigarren drehen gehören ebenso zu Kuba wie der Rum, hergestellt in z.B. dieser Destillerie (hier). Rum gibt’s auf Kuba in unterschiedlichen Güte- und Preisklassen, den berühmten Havanna Club Rum mit 3 oder 7 jähriger Lagerzeit (weiß bzw. braun) kennt man in Deutschland ja auch. Auf Kuba natürlich für ein Drittel des Preises zu haben und zu trinken ;-)

Der zweite Tag (Bilder Tag 2) war Havanna-Tag, ein Tag in Kubas Hauptstadt - mit 2,2 Mio Einwohnern größte Stadt in der Karibik. Zu sehen gab’s z.B. jede Menge Erinnerungen an Ernest Hemmingway, der einen beträchtlichen Teil seines Lebens auf Kuba in Havanna mit dem Trinken seines Lieblingscoktails Mojito zubrachte - leider war das Museum gerade “unter Restauration” und 5 Euro für eine Fotolizenz für das geschlossene Haus von außen wollte ich dann doch nicht ausgeben. Während wir bis dato noch wenig von Kubas Helden mitbekommen hatten, gab es heute die geballte Ladung “Revolucion” - erst die historischen Helden Jose Marti und Carlos Manuel de Cespedes und dann natürlich die allgegenwärtigen Helden der aktuellen sozialistischen “Revolucion”, allen voran der auf jedem dritten Haus abgebildete Widerstandskämpfer Che Guevara (hier)und natürlich Fidel Castro, der aktuelle Präsidente der Inselrepublik, der dieses Jahr im August seinen 80. feiert. Dazu später mehr. Havanna selbst ist in meinen Augen eine ziemlich heruntergekommene Großstadt mit Ausnahme einiger weniger für die “Revolucion” bedeutender Bauten, wie den unterschiedlichen Ministerien und dem Kapitol (hier). Zigarren gab’s in Havanna auch zu kaufen (hier), frischer als bei den Fabriken direkt, denn dort wird nichts direkt verkauft, sondern alles nach Havanna und von dort wieder zu den einzelnen Läden - damit es überall im Land die gleiche Ware zu den gleichen Preisen gibt, so steht’s wohl im Zehnjahresplan ;-)

Am folgenden Tag (Bilder Tag 3)sollte es eigentlich per Flugzeug in den ca. 1.000 km entfernten Südosten der Insel, nach Santiago de Cuba, gehen. Die 70 Fluggäste waren auch pünktlich im Flughafen versammelt und konnten die vorgesehene Maschine landen sehen. Erst stiegen die Passagiere aus, dann kam eine große Leiter und dann machten die Mechaniker erst den linken und dann den rechten Antrieb auf. Nach stundenlanger Wartezeit wurde alles wieder fein verpackt und ein Traktor (!) schleppte die offensichtlich fluguntaugliche Maschine weg von uns (hier). Flug um 10 Stunden nach hinten verlegt, angeblich dann mit einer anderen Maschine. Den Rest des Tages verbrachten wir dann nochmals in der Innenstadt von Havanna, sodass ich noch einige Fotos nachholen konnte, z.B. von den sogenannten Kamel-Bussen (hier), in die angeblich mehrere Hundert Personen gestopft werden. Im Dunkeln fanden wir uns abermals am Flughafen ein - diesmal konnten wir ein Flugzeug besteigen. Die Tatsache, dass es die gleiche Maschine war, die vormittags nicht wollte, sorgte dann doch für viele bleiche Gesichter innerhalb der Gruppe - der Flug verlief ohne weitere Probleme *g*

Mehr demnächst…

Kuba ich komme!

Freitag, 06. Januar 2006

Endlich ist es soweit, ich kann nach 9 Monaten wieder weit weg in den wohlverdienten Urlaub fahren. Ziel ist dieses Jahr Kuba, sozialistische Bastion vor den USA. Zuerst bin ich eine Woche auf Rundreise quer über die Insel, davon die ersten 3 Tage in Havanna, Kubas Hauptstadt. Und danach gibt’s noch eine Woche relaxen in Varadero.

Weit weg vom Frost in Europa :-)