Im Wahlkampf keine Zeit für Wähler?!

Im Wahlkampf haben meine Direktkandidatinnen und Kandidaten (München-Süd) anscheinend keine Zeit für einfache Wähler wie mich, einzige Ausnahme die Kandidatin der Linkspartei. Bereits vor einer Woche habe ich alle fünf (CSU, SPD, Grüne, FDP, Linkspartei) per E-Mail angeschrieben und ihnen persönliche Fragen gestellt - Fragen die nicht aus den pauschalen Wahlprogrammen hervorgehen, mich aber beschäftigen. Da ging es um freie Software, Softwarepatente und um meinen Berufsstatus, v.a. wie es damit weitergeht, ginge es nach den Kandidaten.

Bis auf eine hat bisher niemand geantwortet - das ist nicht nur schwach, das ist imho ein Armutszeugnis. OK, ich lebe hier im Schwarzen Loch (”gut bürgerliche Mehrheit”), d.h. mein Stadtbezirk ist seit Jahren tiefschwarz. Von daher hätte ich mir von Herrn Gauweiler (CSU) keine Antwort erwartet - er hat genügend andere Wähler, um die er nicht mehr kämpfen muss. Und mit diesen hat er bestimmt mehr Gemeinsamkeiten.

Aber die Nichtantworten von Frau Meier (SPD), Frau Sandt (FDP) und Herrn Montag (Grüne) sind für mich nicht erklärbar - die E-Mail enthielt 3 Fragenblöcke mit insgesamt 5 konkreten Fragen und ist ausgedruckt gerade eine A4 Seite - wenn das zuviel Aufwand ist…

Ausnahme, wie bereits geschrieben, ist Frau Siebe (Linkspartei). Sie hat am ersten Werktag nach meiner E-Mail bereits geantwortet. Auch wenn ihre Antwort auf die IT-Fragen eher mau war, sie hat aber auch unumwunden zugegeben, dass das nicht ihr Gebiet ist - das ist für mich in Ordnung, nicht jeder ist überall gleich engagiert.

Haben es die etablierten Parteien nicht mehr nötig, mit ihren Wählern zu sprechen? Oder ist die Linkspartei die einzige Partei, die bereits online ist?

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