Kauft Microsoft Berlin?
Die Meldung ist einsame Spitze: Aktivisten stören Microsoft-Lobbyabend im Berliner Abgeordnetenhaus (heise.de).
Finde ich gut, dass es einige Mutige gibt, die sich das trauen. Die Politiker in Deutschlands Hauptstadt scheinen wohl dazu nicht im Stande zu sein, schade
Irgendwie muss an denen doch die letzte Zeit voll und ganz vorbei gegangen sein, besonders die Lobbyschlacht bei den Softwarepatenten, während derer Großkonzerne mit vielen vielen Millionen die Abgeordneten aller EU-Länder zuschütteten. Aber das hat man in Berlin wohl nicht mitbekommen und lädt stattdessen zu einem großen Empfang des Monopolisten ein - interessanterweise zu einem Zeitpunkt, an dem eine Entscheidung über die zukünftige Softwarelandschaft der Stadt bevorsteht (die voraussichtlich richtigerweise, wie in Wien und München auch, nicht schwarz oder weiß sein wird - oder jetzt evtl. doch?).
Das Verhalten von Microsoft ist für mich logisch und nachvollziehbar, das der hohen Herren und Damen Berlins (Ausnahme bilden wohl die die Grünen und Teile der PDS) nicht. Schade, dass die sich so leicht kaufen lassen…
Noch zwei Links dazu:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/475474.html
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/475601.html
19. August 2005 um 9:43
Tja, da bleibt nur die Frage, wo ist die Veranstaltung der Linux-Gemeinde? Ich mein, wenn sie nur meckern und nix organisieren kann, ist sie dann in der Lage, die Softwarelandschaft mitzugestalten?
Ich denke, eine eigene Veranstaltung mit sinnvollen Vergeleichsbeiträgen wäre sinnvoller als ein so störender Eingriff. Das ist keine Werbung, dass ist eher schädigend.
Ich mag Linux. Ich probiere damit gern rum (Mandrake 10) … arbeite jedoch arbeitsbedingt sehr viel mit Microsoft-Produkten. Ich kenne in vielen Bereichen auch absolut keine Alternativen. (ohne eine Wertung zu erwarten)
Ich find es schade, dass eine so mächtige Gemeinde, wie die von Linux, nicht in der Lage ist, mit sinnvollen Aktionen (eigene Veranstaltungen) auf ihre Produkte hinzuweisen.
Tut mir leid. Störende Eingriffe in eine Veranstaltung sind für mich (wenn hier auch recht lustig gemacht) lästig und nicht sinnvoll. Ich empfinde es mehr oder weniger als peinlich für die Gemeinde.
Der Midd
19. August 2005 um 9:47
[...] Das Blog von Floschi mag die Aktion: “Finde ich gut, dass es einige Mutige gibt, die sich das trauen.” [...]
19. August 2005 um 14:06
@midd:
Tja, das ist genau die Denke, die uns von Großkonzernen über Jahrzehnte hinweg anerzogen wurde. Dort wo es die besten Häppchen gibt, da wird gekauft.
Welche Firma “Linux” sollte denn soetwas veranstalten? Mit welchem Ziel?
Wer den Sinn und Hintergrund von freier Software nicht versteht, wird auch nicht durch eine tolle Show anders denken.
19. August 2005 um 17:33
@floschi
Da sieht man mal, wie kleinkarriert Du mich grad abwertest.
Meinst Du nicht, dass man unter dem label SuSe, Mandrake, Debian oder Redhat oder sonstetwas so ein Veranstaltung laufen lässt?
Ich meine, in München ist auch nicht “freie Software” installiert, sondern soweit ich mich entsinne, SuSe Linux mit dem entsprechenden Produktportfolio. Also kann man sagen, das Label (die Firma) SuSe vertritt da das Geschehen.
Kommen wir zum Umkehrschluss, also muss ein solcher Distributor eine Veranstaltung aus dem Boden stampfen. Und diese Firmen haben sehrwohl Geld. Und das nicht wenig.
Und ich habe kein Denken über Jahrzente anerzogen bekommen, ich habe mir nur Gedanken darüber gemacht, ob es sinnvoll ist mit solchen Aktionen auf sich aufmerksam machen zu wollen und ob es nicht andere (wesentliche bessere, weil wirksamere) Wege gibt, dies zu tun.
Sorry, Du hast meinen Kommentar völlig falsch verstanden und interpretiert.
Außerdem, ich nutze sogar selbst Linux … ich habe ein System daheim, welches ausschließlich aus “freier Software” besteht (komisch, warum musste ich für mein Linux Geld bezahlen, wenn es doch so frei ist?). Und, ich bin zufrieden. Man kann es verwenden. Vieles, was MS geschaffen hat, kann man zwar nicht abbilden, aber es sind sehr gute Systeme.
Und, wenn man die Entwicklung vorantreibt, dann könnte es bald der Fall sein, dass man besser wird als Microsoft. Davon ist Linux aber noch ein Stück entfernt. Jedenfalls für den “normalen” Anwender daheim und dem “Entwickler” in Agenturen mit Microsoft-Server-Umgebungen.
19. August 2005 um 17:43
@midd:
Sorry, du verstehst mich falsch. Ich meinte, dass die vorherrschende Herangehensweise die von mir beschriebene ist.
Die zwei Fragen im zweiten Absatz waren auf dich gemünzt. Es gibt nunmal keine “Firma”, die freie Software ist, weil es das nicht bedarf. Mein Beispiel mit den Softwarepatenten war genau das, was mich an diesem Lobbyismus so stört - den M$ nun auch offensichtlicher denn je anwendet.
Der überzogene Lobbyismus ist ein generelles Problem unserer heutigen Gesellschaft, das über kurz oder lang gelöst gehört. Warum sind denn ständig irgendwelche “nur dem Volk verpflichteten” Politiker in den Schlagzeilen, weil sie einem ihnen nahestehenden Konzern “seltsamerweise” Gutes tun durch ihr politisches Handeln?
Der Lobbyismus muss in meinen Augen weg - Politiker sind vom Volk gewählt. Ansonsten könnten wir gleich Konzernbosse als Staatschefs einsetzen lassen und wer am meisten zahlt, gewinnt (siehe USA).
Achja, und nebenbei: München setzt auf Debian, nicht auf SuSE/Novell