Archiv für August 2005

Mein Wahl-o-Mat

Samstag, 27. August 2005

Auch ich nehme das Angebot natürlich gerne an und mache beim Trend mit. Hier mein Ergebnis:
Wahlomat

Im ersten Moment war das Ergebnis für mich interessant, als ich mir dann aber Zeit genommen habe, um das Zustandekommen näher zu betrachten, erscheint es mir logisch.

Viele der gefragten Thesen gehören zu den klassischen Feldern der Union. Gerade Punkte, die vor allem mein direktes Umfeld, auch in Bezug zu freier Software, betreffen fehlen oder sind in “Überthesen” inkludiert.

Was jedoch definitiv nicht berücksichtigt wird ist die Nachhaltigkeit der Umsetzung und die Erfahrungen mit den einzelnen Parteien und vor allem Personen bisher. Klar, das kann und soll auch gar nicht Ziel des Wahlomat sein, hier geht es darum, die Auseinandersetzung mit den Wahlprogrammen der Parteien anzuregen, nicht sie zu ersetzen.

Wer wie ich bereits einschlägige Erfahrungen mit meinem “Gewinner” beim Wahlomat hat (gibt es in Bayern überhaupt eine Möglichkeit, um diese Partei herumzukommen?), hat neben den reinen Hauptthesen zumeist noch eine Reihe weiterer Gründe, eine Partei zu wählen oder eben nicht. So gibt es eine Vielzahl weiterer sachlicher Argumente für oder gegen Punkte aus den Wahlprogrammen, es gibt die Einschätzung der jeweiligen Kandidaten (nicht nur der Kanzler/innen Kandidaten), d.h. inwiefern traue ich denen jeweils zu, ihre Thesen auch später so umzusetzen oder mit dem jeweiligen Koalitionspartner Kompromisse einzugehen, usw.

Kurzum: Als Startschuss für die Auseinandersetzung mit den Inhalten ist der Wahlomat prima, die Entscheidung abnehmen kann er nicht - da steckt viel mehr dahinter.

Jabber-Server Howto

Samstag, 27. August 2005

Jabber kommt ja gerade, google sei Dank, wieder in Mode. Nachdem ich vor zwei Jahren bereits einen eigenen Server dazu aufgesetzt hatte, habe ich mich gestern nochmals daran gewagt.

Da mir der jabberd2 zu kompliziert und irgendwie “eckig” erscheint, habe ich nach Alternativen Ausschau gehalten. Beim jive-messenger bin ich schließlich fündig geworden, er ist simpel zu installieren, webbasiert einfach zu verwalten und leistet das, was ich brauche: xmpp und muc.

Hier mal meine Installation im Einzelnen:

http://www.debianhowto.de/de:howtos:sarge:jive-messenger

Den webbasierten Client mit jwchat mittels Tomcat4 baue ich beizeiten noch mit ein.

Wikimania ?! Vom Wiki zum CMS?

Freitag, 26. August 2005

Informationen sind Wissen und das will verwaltet werden - dabei gehört zu einem gelungenen Wissensmanagement, dass aktuelle (also nicht veraltete) Informationen schnell auffindbar sein sollen. Als Mittel der Wahl etabliert sich zunehmend das Wiki als Tool zur Unterstützung eben dieses Wissensmanagements.

Ich nutze es auch exzessiv - ob bei der Mitarbeit bei der Wikipedia, bei eigenen Projekten oder in der Arbeit (ja, LiMux nutzt intern zur Dokumentation ein Wiki) - Wikis hier und dort.

Vorteilhaft ist sicherlich, dass es diese Technik nahezu jedem ermöglicht, schnell und zumeist unkompliziert einen Teil beizutragen, sei es im Verbessern einfacher Schreibfehler, oder im Hinzufügen vollständiger Beschreibungen und neuer Themen.

Nachteilig zeigt sich, dass damit professionellen Spamern eine ebenso unkomplizierte Gelegenheit geboten wird, ihren Müll ohne viel Aufwand unter die Leute zu bringen. Natürlich gibt es dafür die ausgefeilte Versionierung und Änderungsbenachrichtigung bei nahezu jeder Wiki-Software. Nur bedeutet es Aufwand, diese auch zu nutzen - tagein und tagaus.

Große Projekte, wie z.B. die Wikipedia, machen es prima vor - nur steht dort eine große Community hinter der Pflege der Seiten, die - das liegt auf der Hand - eine entsprechend hohe Verfügbarkeit zur “Spamabwehr” aufbringen kann. In sich geschlossene Projekte, die z.B. innerhalb einer Firma/Behörde ein Wiki zur Infoverwaltung nutzen, haben auch nahezu keine Probleme mit Spamer oder ungewollten Veränderungen - ist doch die Kontrolle, die alleine durch Aufzeichnung der IPs und der damit verbundenen einfachen Zurückverfolgbarkeit, enorm.

Nur wie können kleinere Projekte mit dem Spam-Problem umgehen? Letztens beobachtete ich auf einem meiner Projekte, dem debianhowto.de, dass wahllos Seiten geleert, verändert und somit verunstaltet wurden. Teilweise bedingt durch lästige Spamrobots, zu Teilen aber auch bewusst durch Debian wohl negativ gesonnene Zeitgenossen, die z.B. wichtige Passagen mit Schwachsinn überschrieben, freie Lizenzangaben entfernten usw. Ähnliche Probleme hatte das Wiki des vexim-Projektes, einer webbasierten Exim4-Konfigurationsschnittstelle. Wie können sich solche kleine, mit wenig “festen” Ressourcen ausgestattete, Projekte dem ständig zunehmenden Problem nähern?

Die Tendenz geht wohl dazu, grundlegende Seiten nur für wenige ausgesuchte Benutzer editierbar zu machen und die “Normalseiten” zumindest nur registrierten Benutzern zur Verfügung zu stellen - Registrierung nur gegen eine gültige E-Mailadresse. Genau das läuft dem ursprünglichen Prinzip des Wikis allerdings entgegen, für derartige Webseiten bietet sich ein klassisches Content-Management-System wie z.B. typo3, Mambo, drupal usw. ebensogut an.

Aber ist das wirklich so, d.h. ist der Hype um Wikis bereits schon wieder dabei, der Realität Tribut zu zollen und auf ein Maß zurückzurudern, dass die Vorteile des Wikis mit der kontrollierten Benutzerzahl von Portalsystemen vereint, dabei aber das “Wiki-Flair” auf der Strecke bleibt, ja sogar bleiben muss?

Imho nicht, es ist nur eine Form, wie sich die Community mit ihren Mitteln gegen den scheinbar übermächtigen Gegner wehrt. Auch weiterhin ist es jedem möglich, seinen Teil beizutragen - und während es bei den großen der Branche (Wikipedia) weiterhin leger zugeht, wird bei den kleineren eben ein Stück mehr technischer Schutzmaßnahmen benötigen, um die Qualität zu halten. Dabei wird allerdings der Vorteil des Wikis nicht entfallen, denn gerade bei den kleineren zeichnet sich die aktive Nutzergruppe mehr durch die Kenntnisse aus, eben mit dieser Technik umzugehen; sie wird die Hürde der Anmeldung eher meistern, als ein Wikipedianer (wobei man sich auch dort anmelden kann, wenn man will).

Es wird weitergehen mit der Wikimania ;-)

Mein Wort zum Wochenende - viel Spaß dabei.

Hochwasser pünktlich zur Wahl

Dienstag, 23. August 2005

Das weckt doch Erinnerungen, kaum steht eine Bundestagswahl an (sofern das BVerfG am Donnerstag nichts anderes entscheidet), schon steigen die Pegel. Doch dieses Jahr ist einiges anders als beim letzten Mal.

Betroffen ist bisher fast ausschließlich Bayernland, das mit dem bösen Landesvater Edmund Stoiber, der vor nicht allzulanger Zeit für politische Empörung mit seinen offensichtlich undurchdachten (imho allerdings genau kalkulierten) Aussagen sorgte. Diesmal hat er alle Trümpfe in der Hand, sein Widersacher, Bundeskanzler Gerhard Schröder, kann diesmal nur verlieren.

Kommt Schröder nach Bayern, um den Betroffenen Unterstützung zuzusagen, wird es heißen:

Schaut her, da kommt er wieder vor der Wahl - diesmal nicht mit uns.

Kommt er nicht, wovon ich ausgehe, wird es heißen:

Damals bei den Ossis, da hat er geholfen, um seine Wahl zu gewinnen - bei uns hilft er nicht.

Stoiber hingegen kann nur gewinnen, er wird als fürsorglicher Landesvater den Betroffenen helfen, wie es jeder von ihm erwartet und er wird dafür entsprechend Lob einsammeln. Falsch machen kann er hier nichts, auch wenn er den Mund aufmacht :-/

Tja, jetzt wird es die CSU wohl über die zwei Drittel in Bayern schaffen, der Flut sei Dank…

In diesem Sinne viele Grüße aus dem trübsinnigen, verregneten und vorwinterlichen München ;-)

Update: Bundesinnenminister Schiliy wird morgen die Region überfliegen, Kanzler Schröder am Donnerstag Augsburg besuchen

Geballte Online-Kompetenz der Union

Samstag, 20. August 2005

Wie heise.de heute berichtet, kündigt das Wahlprogramm der konservativen Union (CDU/CSU) im Falle eines Wahlsieges an, endlich

bis 2009 sämtliche staatliche Angebote des Bundes online

zu stellen. Zeit wurde es, dass sich dessen jemand annimmt, und wer könnte das besser als unsere (groß-)industriefreundliche christdemokratische Union?

Nunja, wäre da nicht der kleine Lapsus unterlaufen, dass es genau diese Dienstleistung bereits gibt, versprochen und in die Tat umgesetzt von der derzeitigen Regierung, heise.de dazu:

Am 29. August wird die letzte von 376 Internet-fähigen Dienstleistungen des Bundes online gestellt. Bis 2008 sollen die Bürger auf alle staatlichen Verwaltungsverfahren per Internet Zugriff haben.

Ich meine: “Weiter so!“. Irgendwie hat die Union ja recht, sie können sich bis 2009 Zeit lassen, denn wer von den vielen Arbeitslosen hat denn nach ihrem Wahlsieg noch Anspruch auf einen Internetzugang…?