Münchens LiMux-Ente und meine Schnellbeförderung

Heute war wieder einer von diesen Tagen… da kommt man nichtsahnend ins Büro und liest bei heise.de, dass die tägliche Arbeit verzögert ist: Münchens Umstellung auf Linux verzögert sich. Naja, erstmal denkt man sich nichts dabei und macht den Artikel auf - und dann, oh Freude, ich wurde befördert! Einfach so, übers Wochenende! Und keiner hat mir etwas gesagt, ich darf’s aus der Presse erfahren, cool ;)

Laut dieser DPA-Meldung, die der zuständige Redakteur des Münchner Magazins Focus zur Verkaufszahlensteigerung heute durch die IT-Welt tickern ließ, bin ich seit heute der stellvertretende Projektleiter LiMux:

Auch der stellvertretende Leiter des Projekts, Florian Schießl, sagte dem Magazin: “Die IT-Strukturen der Stadtverwaltung sind viel komplexer als erwartet.”

Um wirklich nichts zu verpassen kaufe ich mir (bzw. kauft mir ein netter Kollege, danke Max) die aktuelle Printausgabe des Focus, in der immerhin ein seitenfüllender Artikel dazu abgedruckt ist (Kurzfassung). Darin bin ich nun auch plötzlich noch Experte auf meinem Gebiet:

IT-Experte Schießl bleibt aber optimistisch “Ich rechne damit, dass wir bis 2008 etwas 80 Prozent schaffen können.”

Voller Freude trabe ich sogleich zum Projektleiter im Nebenbüro und will in Erwartung des mit der Beförderung und Experten-Adelung verbundenen Geldsegens Münchens LiMux-Manschaft kulinarisch teilhaben lassen, um urplötzlich und unerwartet auf dem Boden der Tatsachen zu landen. Es war nur eine Presse-Ente!

Schade, denke ich - und lese erstmals den Artikel aufmerksam durch. Hätte mir eigentlich schon früher auffallen müssen, eine Ente kommt selten alleine ;)

Immerhin hat der echte Projektleiter mittlerweile auf Anfrage auch die Presse aufklären können:

Stadt München: “Linux-Umstellung planmäßig”

Siehe auch hier.

2 Antworten zu “Münchens LiMux-Ente und meine Schnellbeförderung”

  1. Christian Ney sagt:

    Wie gut, dass ich dir gestern morgen, als ich das gelesen hatte nicht direkt schon gratuliert hatte. ;)

  2. floschi sagt:

    Tja, seit ich heute erfahren habe, dass man DPA-Meldungen für ca. 200 Euro kaufen kann, wundert mich nichts mehr. Das solche Meldungen aber ohne jegliche weitere Nachfrage von vielen Medien einfach übernommen werden, ist für mich total unverständlich. Das ist krank.

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