Windows vs. Linux: das bessere System?

Vorab: nein, das wird kein Artikel, der diese Frage wirklich beantwortet ;-)

Auf die Idee, mich wieder einmal dieser Frage zu widmen, hat mich Stephan Doerner in seinem Blog gebracht, er beschreibt dort die verzerrte Darstellung der M$-Propagandaseite “Fakten zu Windows und Linux“.

M$ argumentiert, dass ein Umstieg von einer heterogenen auf eine neue M$-Infrastruktur Verbesserungen mit sich bringt. Aber hallo? Wie dämlich müssten denn die Verantwortlichen dort sein, wenn sie mit der Einführung einer neuen Infrastruktur nicht gleich einiges gerade rücken würden, was bisher suboptimal läuft.

Aber zurück zur Ausgangsfrage. München steht für die andere Seite, Linux erobert die städtischen Arbeitsplätze und die Welt ist danach besser. Genau die gleiche Argumentation (zumindest in der Presse, die Stadt hat das nie gesagt) und genau der gleiche Fehler. Auch in München gilt es, zusammen mit der Einführung eines neuen Betriebssystems (das auch Windows XP hätte sein können), heterogene Strukturen zu betrachten und zu optimieren. Die Einführung eines standardisierten Clients, der mit einer Softwareverteilung, einer Konfigurationsdatenbank, einem 2nd level Support gegen ein standardisiertes Directory (das logisch auch verteilt sein kann) authentifiziert – das alles sind Verbesserungen der vorhandenen Infrastruktur, die eine Migration nach WindowsXP genauso mit sich gebracht hätte. Und genau das ist ja der Punkt: Die IT-Infrastruktur wird bei den bekannten Migrationen gesamt oder in Teilen verbessert, weitgehend unabhängig vom verwendeten System.

OK, ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht. Freie Software ist nicht frei im Sinne von kostenlos, sondern gewährt mir gewisse Freiheiten. Sie versetzt mich daher in die Lage, die Verbesserung meiner Infrastruktur weit besser selbst bestimmen zu können und ggf. selbst Hand anzulegen, zumindest theoretisch. Praktisch werden das nur wenige direkt machen, aber genau dafür gibt es ja Dienstleister. Während eine proprietäres Spezialsystem nach Erstellung weiterhin unter Verschluss (bzw. unter teuren Kosten) gehalten wird, fließen Anpassungen, Erweiterungen, Module, usw. bei freier Software wieder der Allgemeinheit zu. So profitiert München von Wien (und andersrum), Venezuela von Brasilien und Hans Hubert Meier (fiktiv) ebenso – freie Software für freie Menschen.

Jetzt bin ich doch wieder ein wenig abgeschweift, ich denke meine persönliche Haltung ist klar. Aber doch nochmal zur Ausgangsfrage. Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Wichtig ist, dass man endlich aufhört, schwarze und weiße Welten gegenüber zu stellen. Die großen Verbesserungen liegen in Prozessen und Infrastruktur, nicht in der dann verwendeten Software. Auch wenn freie Software einfach die bessere Wahl ist… *g*

6 Antworten zu “Windows vs. Linux: das bessere System?”

  1. Roger Wilco sagt:

    Zu “Get the Facts”
    Novell fährt doch ganz ähnliche “Propaganda”: http://www.novell.com/de-de/linux/truth/

    Solche Studien bzw. in diesem Fall Vergleiche vom Hersteller der Software (gut, bei Novell ist es nur der Distributor) können gar nicht objektiv sein.
    Aber welche Studie kann das schon? ;)

  2. Think about it! sagt:

    Linux ist an sich keine schlechte Idee, doch leider verbraucht man mit diesem Linux zu viel Zeit und Energie. Vieles funktioniert nicht richtig. ich hatte beispielsweise mit Ubuntu 7.04 folgende Probleme:

    - keine Treiber für diverse Hardware (mein Drucker und Scanner haben nur sehr eingeschränkt funktioniert)
    - schlechte Grafikkartentreiber wodurch der Computer eingefroren ohne Vorwarnung ab und dann eingefroeren ist (kommt meist auf die Grafikkarte an)
    - Standby hat nicht funktioniert (Computer hat nach dem Standby nicht mehr funktioniert)
    - GoogleEarth funktionierte nicht im 64 Bit Linux (nur in 32 Bit und auch nur mit bestimmten Grafikkarten)
    - und noch weitere Probleme die sich nicht lösen lassen.

    Mit Suse Linux 10.2 und Fedora gab es noch eine ganze Menge anderer Probleme. Ich habe mehrere Linux Distributionen probiert und Unmengen an Zeit verschwendet um Linux halbwegs funktionstüchtig zu bekommen. Linux war mein einziges Betriebssystem, weil ich mir einen Rechner aus Einzelteilen zusammengebaut habe und noch kein Windows gekauft hatte. Das habe ich aber mittlerweile nachgeholt, weil mir meine Zeit zu kostbar ist, als Sie mit Linux zu verschwenden.

    Man weiß nie, wann das nächste Problem die Arbeit lahm legt. Linux ist halt ein Lego-Betriebssystem, das erst mal zusammengebaut werden will. Wer einen fertigen Computer haben möchte, sollte Windows benutzen oder Apple

    Ich habe Tagelang in diversen Linux Foren nach Lösungen für meine Probleme gesucht. Linux ist und bleibt Zeitverschwendung. Es mag zwar kostenlos sein, aber es frisst sehr viel Zeit!

    Hier mal ein Computerlink, Hyperlink oder wie das auch immer heißt:

    http://www.felix-schwarz.name/files/opensource/articles/Linux_ist_nicht_Windows/

    Dort ist beschrieben, für wenn Linux was taugt und für wenn nicht. Wer hat schon die Zeit sich in Linux einzuarbeiten? Das Betriebssystem stundenlang zu konfigurieren und einzurichten?

    No more Linux! Lieber 100 EUR für ein Windows zahlen, als Stundenlang mit Linux herum ärgern. Apple habe ich auch schon getestet und eine Menge Geld dabei ausgegeben. Aber Mac OS X ist auch nicht besser wie Windows. Meine Erfahrung ist, das man mit Linux viel Zeit und mit Mac OS X viel Geld verliert. Windows ist und bleibt die beste Lösung, auch wenn ich das vor einiger Zeit noch anders gesehen habe. Ich wollte aufgrund dem Gequatsche in vielen Linux Foren und Mac Foren weg von Microsoft und Windows, weil die ja so „Böse“ sind. Ich habe eine Menge Geld (Apple!) und eine Menge Zeit (Linux!) verschwendet. Ich hätte mal meinen alten PC mit Windows 2000 behalten sollen. Dort konnte ich alles machen ohne Probleme. Selbst bei Mac OS X gab es öfters Probleme und sogar Abstürze! Mac OS X ist auch nicht besser! Ein Problem mit Apple ist, das die eine Art Hardware-Monopol haben. Wenn man Mac OS X haben möchte, dann muss man einen Mac kaufen. Doch Macs sind einfach überteuert. Jetzt seit dem Macs auch Intel Prozessoren haben, lassen sich die Preise zu PCs leichter vergleichen. PCs sind einfach wesentlich billiger. Der Mac Mini ist dermaßen schlecht ausgestattet und dazu noch extrem teuer. Am besten fährt man, wenn man sich einen preiswerten Marken-PC kauft (z. B. Dell oder HP). Diesen rüstet man dann nach den eigenen Bedürfnissen auf. Arbeitsspeicher, Grafikkarte, etc. Als Betriebssystem schlage ich das neue Windows Vista vor. Ich empfehle für Studenten und Schüler und alle anderen die mit Ihrem Computer arbeiten wollen aber nicht Vista Home Premium oder Ultimate sondern die Business Version. Zum Spielen empfehle ich derzeit noch Windows XP und danach Vista Home Premium oder die Ultimate Version. Nicht empfehlen kann ich mit bestem Gewissen Ubuntu Linux, Suse Linux, Debian Linux und Konsorten! Wer keine Arbeit hat und Rentner ist und zu viel Langeweile hat und Zeit und starke Nerven hat, der darf Linux ausprobieren. Aber beschwert Euch später nicht, das der Computer unerwartet einfriert oder nichts funktioniert so wie Ihr das wollt. Wer Linux als Hauptbetriebssystem benutzen möchte, braucht sehr viel Erfahrung. Weiterhin kann ich Mac OS X nur finanzkräftigen Kunden empfehlen. Wer aufs Geld schauen muss oder kein Geld verschwenden möchte, der sollte bei Windows bleiben. Ich warne ausdrücklich vor Linux, weil das zu enormer Zeitverschwendung führen kann und vor Apple, weil das zur Geldverschwendung ausartet. Man sollte sich auch niemals in einem Linux Forum oder Mac Forum nach bestimmten Dingen erkundigen. Den dort sind die User jeweils von Ihrem Betriebssystem überzeugt und insbesondere die User mit vielen Beiträge sind die schlimmsten. Weil diese den halben Tag vor dem Computer sitzen und scheinbar keine anderen Hobbys mehr haben. Neutrale Beratung ist dort meistens nicht zu erwarten. Ich habe selbst einmal zu dieser Spezies gehört und war mehrere Jahre fanatische Apple User und mehrere Jahre fanatischer Linux User. Doch mittlerweile habe ich viel über dieses Thema nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, das man mit einem normalen PC und einem normalen Windows am besten fährt. Keine Probleme, keine Zeitverschwendung, alles funktioniert einwandfrei und man hat viel Zeit für andere Hobbys, Familie und schönere Dinge als Computer! Das musste ich einfach mal loswerden!

    Entschuldigt Bitte, wenn der Text teilweise etwas „groovy“ ist, aber ich habe den Text schnellstmöglich geschrieben und nicht Korrektur gelesen.

  3. gweep sagt:

    Dem wiederspreche ich, Linux ist nicht einfach, aber die Fehler die in 90% der Fälle entstehen, kommen von nicht wissen. Und wenn ich keine Ahnung von Windows habe, kann ich es genauso wenig bedienen wie Linux.

    Es kostet Zeit und Energie von Windows auf Linux um zu steigen, das Stimmt. Aber ist man mal in dem Rad, dann sind die Erfolge unter Linux nicht nur viel schöner, sondern es geht vieles um einiges schneller als unter Windows.

    Im Moment habe ich noch beide Systeme auf meinem Rechner, aber ich habe eines gelernt: Windows ist nur eine Scheinwelt. Wer Windows als das Ultimative Betriebssystem sieht, der Glaubt auch noch, die Welt ist eine Scheibe.

  4. florian sagt:

    Kaum jemand ist in der Lage das jeweils “andere” OS hinreichend zu beurteilen.
    Ich kann aus eigener Erfahrung beisteuern, dass der Umstieg von Linux in Richtung Windows ebenfalls sehr hart ist.
    Ich stand auf der Arbeit plötzlich vor einer Unmenge an Windows Clients, wie der Ochs vorm Berg. Ich war klare Strukturen gewohnt, ich war gewohnt das Konfigurationsdateien in /etc/ zu finden sind oder das es manpages gibt. Und ich war den Zugriff über die Konsole gewohnt, vorallem konnte ich mir nur schwer ein System vorstellen bei dem alle weiteren Dateien unterhalb von “Desktop” hängen…
    Aus der Richtung aus der man schaut sieht das jeweils andere wahrscheinlich sehr konfus aus.

    Trotzdem, Linux for the win!
    Besser frei als Tod :-)

  5. Sponski sagt:

    Auch wenn die Diskussion hier schon ein Weilchen alt ist, muss ich mal meinen Senf dazu abgeben, weil ich momentan die gleichen Erfahrungen mache wie “Think about it!”. Angefangen habe auch ich mit Windows, war aber zuletzt (für ca. 1 Jahr) begeisterter Mac-User, der sich auch mit entsprechender Hardware genügend eingedeckt hat (MacBook, MBP und Mini) – und genau diese Geräte jetzt wieder verkaufen wird! Auch wenn die Mac-User jetzt protestieren werden, muss ich sagen, dass teilweise die Auswahl an Software- bzw. Free- und Open Source-Software echt zu wünschen übrig lässt. Nachdem ich nach gut einem Jahr als Mac-User meinen Win-Rechner anwerfen musste (mache mich gerade selbständig und bin teilweise auf Software angewiesen, die es nur für Win gibt), stellte ich fest, dass der beste Workflow (für mich) immer noch unter XP gegeben ist. Soll heißen, dass sowohl in der Bedienung als auch von der Software her, wirklich produktives Arbeiten immer noch nur unter Windows möglich ist.

    Im Großen und Ganzen muss ich Think about it! Recht geben: Beim Mac passt es mir auch nicht, dass man sich so sehr an den Konzern Apple und seine Hardware bindet, wenn man OSX nutzen möchte. Mich würde es echt nerven, wenn ich mir (falls ein Mac mal abschmieren sollte) sofort einen neuen kaufen müsste, um einfach nur weiterarbeiten zu können. Ich bin weiß Gott nicht gewillt soviel zu investieren. Eine “alte Gurke” hat man sich schnell mal besorgt und XP aufgesetzt.

    Was Linux angeht, bin ich immer noch hin- und hergerissen. Diesen Kommentar schreibe ich z.B. gerade unter Ubuntu, das ich jetzt mal auf meinem SONY VAIO Notebook installiert habe. Schon vor meiner “Mac-Zeit” habe ich viel mit verschiedenen Distributionen “experimentiert”. Und ich muss zugeben, dass sich die Hardware-Erkennung- und Unterstützung arg gebessert hat! Doch auch hier stellt sich wieder die Software-Frage, sowohl was meine beruflichen Anforderungen als auch z.B. TV-Capturing und Videoschnitt angeht (möchte da jetzt nicht ins Detail gehen). Und wie Think about schon sagte, ist Linux etwas, womit man sich unter Umständen ewig beschäftigen muss/kann. Gerade dann, wenn es mit Hardware Probleme gibt. Das ist natürlich nicht schuld des Betriebssystems, sondern der Drittanbieter, die oft keine entsprechenden Linux-Treiber anbieten. Doch dass muss man einem “Standard-User” erstmal klarmachen. Denn der will einfach nur an seinem Rechner arbeiten!

    Was mich angeht, werde ich wohl auch immer bei Windows “hängenbleiben”, zumal es meine Anforderungen bisher immer erfüllt hat. Und die Probleme, die andere User mit Windows haben, sind mir gänzlich fremd. Ich persönlich komme mit XP immer noch am besten klar. :-)

  6. FloSchi sagt:

    Bei Windowsapplikationen finde ich kann man heutzutage wunderbar unterscheiden. Seitdem es VMWare, virtualbox etc immer ausgereifter gibt, lassen sich z.B. für die Arbeit dringend benötigte gut bereithalten. Videoschnitt würde ich so aber auch nicht machen.

    Aber auch bei Win ist in Sachen Hardware nicht alles rosig. Ich weiß von Problemen mit Netzwerksicherungssystemen, die nur bei Windows auftreten (sind MAC gebunden und zuerst übermittelt die Netzkarte ihre MAC, dann denkt sich Win eine eigene aus -> Netzdose macht dicht). Unter Linux ist das noch nicht aufgetreten bei uns ;-)

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